Zauberwald ohne Inhalt

 

 

Ich durfte auf einer griechischen Götterinsel in einem Zauberwald eintauchen. Ich nahm die Einladung der uralten Bäume und der Fliessenden Wasser gerne an.  Auf den ersten Metern begrüsste mich auch die Schlangenkraft und öffnete mir damit das Tor zum Zauberwald.

 

Diese Bäume tragen ein Wunder in sich. Sie sind innen hohl. Da ist Nichts. Der Stamm hat nur das nötigst was er gerade braucht um Jahrhunderte da zu stehen - mehr nicht.

 

Auf den ersten Blick sind diese Bäume Inhaltslos. Doch beim genaueren hinschauen bemerkt man, dass die Bäume das ganze Universum in sich tragen. Nichts fehlt, alles ist da. Die scheinbaren Inhaltslosigkeit zeigt plötzlich die Unendlichkeit.  Von jedem einzelnen Baum ist es

  • eine Einladung an das Universum
  • die Befreiung von allem unnötigen Inhalt
  • die Offenbarung ihrer Grosszügigkeit
  • ihr Zeichen für Bescheidenheit


So frag ich mich, ob wir Menschen uns nicht immer hinter Inhalt verstecken. Wir begraben uns schon fast zu Lebzeiten mit Inhalt. Selbstverständlich hat dann dieser Inhalt auch noch sinnvoll zu sein. Dies obwohl wir wissen, dass jeder Inhalt sich früher oder später verändert oder sich ganz in Luft auflösen wird.

 

Ob das nun ein Holztisch ist oder ein Gedanke der kommt und geht. Trotzdem halten wir am gewohnten Inhalt fest. 

 

Jede Vorstellung von unserer Identität und Person hat sich im Laufe des Lebens schon so oft verändert und doch halten wir uns gerne daran fest. Diese Inhalte schenken uns Struktur, Sicherheit, Zugehörigkeit und wir bewerten uns und andere danach.

 

Etwas Mut zur Lücke wäre manchmal vielleicht doch angesagt - nicht wahr?

 

Fragestellungen:

  • Was würde passieren, wenn wir plötzlich inhaltslos wären?
  • Was ist Inhaltslosigkeit wirklich?
  • Was passiert, wenn ich meine Strukturen und Konzepte ablege?
  • Was passiert mit mir wenn die Leere kommt?
  • Wer bin ich, wenn ich das Universum befähige, mich neu zu erschaffen - jeden Moment.

 

Mir haben diese Bäume viel Inhalt abgenommen und Inhaltslosigkeit geschenkt - diesen Raum der Unendlichkeit überlasse ich nun einfach mal sich selbst.

In grosser Dankbarkeit an die Schöpferkraft

Bettina

 

Om Shakti OM


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Kommentare: 2
  • #1

    Cynthia (Sonntag, 03 August 2014 12:11)

    Die Schlange als Torhüterin und Eröffnerin der Inhaltslosigkeit wird in diesem Augenblick zum massgebenden Symbol der Leere.
    Ist nicht eben diese Leere der neue Inhalt? Darf es die Kunst sein, in gänzlicher Leere den neuen Inhalt zu finden oder die Leere zum Inhalt zu machen? Denn nur wer leer ist, kann Neues empfangen oder Empfänglichkeit entwickeln.

    Inhalte abzugeben und sich somit auf die Reise des Wandels zu begeben vermag Mut. Mut, alte Strukturen aufzugeben und das vermeintlich nahestehende hinter sich zu lassen, die Blase der Illusionen platzen zu lassen und sich aufrichtig der wandelnden Kräfte zu widmen.
    Ganz im Wissen darum, dass wir alle SchöpferIn der eigenen Realität und somit deren Kräfte sind und nur über das immer wieder Verabschieden und Neuempfangen Wandel und Erneuerung stattfinden kann; aber auch einfach Sein zu können und in Gleich-Mut Leere und Inhaltslosigkeit für einen Moment in Zeitlosigkeit anerkennen zu dürfen.

  • #2

    Susanne (Montag, 04 August 2014 12:22)

    Bin ganz bewegt vom Zauberwald ohne Inhalt.
    Danke!