Kämpferische Weiblichkeit

kiental_wer_bin_ich_wirklich
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Ich war kürzlich an einem Seminar bei Carlo Zumstein im wunderschönen Kiental. Das Seminar trug den noch viel schöneren Titel: "Wer bin ich wirklich?"

 

Nun, ich weiss immer noch nicht, wer ich wirklich bin. Ich möchte hier auch nicht über diese ewige Suche sprechen. Ich möchte darüber sprechen, dass die meisten von uns glauben, dass wir unserem wahren Wesen näher kommen würden, wenn sich nur etwas in unserem Leben ändern würde, wenn nur endlich die ganzen Zwänge und Verpflichtungen entfallen würden.

 

Nach dem Seminar hatte sich für mich wieder einmal ein Glaubenssatz bestätigt: "Ich selber bin mein grösster Feind."

 

Ich durfte an dem Seminar wieder einmal spüren, dass ich so wie jeder andere Mensch Zugang zu einer unerschöpflichen Quelle an Kraft hat. Keine Kraft, die man sich antainiert oder erarbeitet. Eine uns inhärente Kraft, die niemals schwindet. Allerdings sind wir sehr gut darin, diese Kraft zu vergessen oder uns von dieser Quelle abzuschneiden. 

 

Dies tun wir tagtäglich, bei jeder Äusserung und jeder Entscheidung, die nicht unserem Glauben und unserer Wahrheit entspricht. Wir tun es mit jeder Höflichkeitsfloskel, mit jedem künstlichen Lächeln und all den Dingen, die wir lassen, obwohl wir es tief drin besser wüssten. Carlo würde dies als unsere Alltagsmasken bezeichnen.

 

Den Alltag mal beiseite zu lassen, eröffnet uns wieder den Zugang zu dieser Kraft. Sie zeigte sich mir in der Form einer Kriegerin mit in Flammen gehülltem Langschwert. Die Kriegerin, welche in jedem Menschen, auch in jedem Schweizer und insbesondere in jeder Frau steckt. Und wieder einmal wurde mir bewusst, dass wir Schweizer Frauen uns in den Bildern einer Heilerin oder einer Schöpferin wohler fühlen als in proaktiven, aggressiven Rolle. Sind wir wirklich so Harmonie süchtig?

 

Ich zumindest hatte vergessen, dass Aggression nicht unbedingt negativ sein muss. Sie ist lediglich eine Kraft, die uns Antrieb und Mut schenkt. Mut zu unserer Wahrheit und die Kraft, für diese einzustehen. Den Mut, unsere Anliegen zu thematisieren und die Kraft, aus dieser Situation etwas Neues zu erschaffen.

 

Und ich durfte erkennen, dass wir erst durch die Akzeptanz und Integration der Kriegerin in uns, unser volles Potential als Schöpferin und Heilerin, unser ganzes Potential als Mensch ausleben können.

 

Bei meinem nächsten Besuch in einem Spielzeug Laden werde ich mir das grösstmögliche Spielzeugschwert kaufen. Es soll ein Anker sein und mich darin erinnern, dass ich selbst mich mit jeder Halbwahrheit und jedem unstimmigen Kompromiss von meiner eigenen, unerschöpflichen Kraft abschneide.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Bettina (Dienstag, 15 Juli 2014 17:11)

    Es ist unsere eigene Limitierung.
    Es ist unsere eigene Ignoranz.
    Es ist unsere eigene Schein-Heiligkeit.

    Wir sind nicht mehr gewohnt kämpfen zu müssen. Dadurch haben wir den Bezug zur Kampfkraft und ihren tiefen Geheimnissen verloren. Ich wünsche mir mehr Kriegerinnen, die den Kampf der Weisheit und Bedingungslosigkeit kämpfen und damit ihre Sanftmut und unbändige Kraft entdecken.