Go with the flow

 

Zurzeit gehe ich öfters mal am Morgen im Meer schwimmen. Das Meer hier in Agonda, Goa ist verhältnismässig ruhig, auch wenn es immer ein paar gemütliche Wellen hat und die Strömungen sich mit den Gezeiten verändern.

 

Zu Beginn war das ein gutes Training für den Körper. Ich habe jeden Morgen meine übliche Strecke zurück gelegt und meine Muskeln haben mir deutlich erklärt, dass sie hart arbeiten mussten.

 

Eines Morgens habe ich festgestellt, dass jede anrollende Welle ein Hindernis für mich darstellt, das ich mit meiner Muskelkraft überwinden muss, um mein Ziel zu erreichen. Dann wurden mir Rückenschmerzen geschenkt und das Überwinden der Hindernisse wurde einfach zu anstrengend.

 

Da habe ich festgestellt, dass die Hindernisse nicht überwunden werden müssen. Wenn eine Welle – ein Hindernis – anrollt kann ich einfach weiteratmen und die Welle wird mich nicht überrollen sondern mich einfach tragen.

 

So lege ich jetzt nicht mehr eine bestimmte Strecke zurück. Es gibt kein Ziel mehr zu erreichen. Ich schwimme und atme. An einem Morgen werde ich so ein paar hundert Meter weit getragen. An einem anderen Morgen scheine ich gar nicht von der Stelle zu kommen.

 

Aber wisst ihr was? Ich bin noch nie an genau derselben Stelle aus dem Wasser gestiegen, an der ich begonnen habe. Welches Hindernis stellt sich euch gerade in den Weg?

 

Sonnengrüsse aus Goa, Daniji

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