Spirituelle Evolutionstheorie – für Querdenker und Provokateure

 

Wir kennen Darwins Gesetz des Stärkeren, welches dem Körper die alleinige Macht zuschreibt. Spätestens mit Decartes „Ich denke also bin ich“ wurden Wissen und Intellekt zu Macht.

 

Die Evolution des Menschen, nennen wir sie Schöpfung, hat sich in wenigen Jahrhunderten vom Paradigma (Konzept oder Glaubenssatz) der „Verherrlichung des Körpers“ zur „Verherrlichung des Geistes“ gewandelt. Und es verändert sich weiter.

 

Im 21. Jahrhundert ist man zur Erkenntnis gelangt, dass beide Extreme für sich alleine genommen nicht funktionieren. Der homo oeconomicus (rational-effiziente Mensch) des 21. Jahrhunderts macht sich ein Optimum dieser beiden Kräfte zu nutze. Dieses Optimum hat in den letzten 100 Jahren zu nie da gewesenen Kriegen und unsagbaren Umweltkatastrophen geführt, bis schliesslich die bekannten Gesellschaftskrankheiten von psychischen oder psychosomatischen Störungen entstanden sind.

 

Man hat also Körper und Geist verworfen und ist in ein neues Paradigma geflohen: die Verherrlichung der Gefühle bzw. des Vitalen. Wenn Körper und Verstand dem Menschen keinen Frieden und keine Glückseeligkeit bringen, dann vielleicht ja genau die Gefühle, die bisher als menschliche Schwäche angesehen wurden. Wut, Aggression und Angst kennen wir ja bereits aus der Zeit der Körper-Geist-Herrschaft. Sie haben nicht funktioniert. Also gehören zum neuen Paradigma sämtliche positiven Gefühle der Liebe, des Friedens, der Freiheit und Harmonie.

 

Die spirituelle Szene sucht nun in extremis durch die Negierung von Körper und Geist die Erfüllung. Der spirituelle Mensch trainiert durch positive Affirmationen, Psychotherapie, autogenes Training oder Yoga die Gefühle des Friedens und der Glückseeligkeit, so wie er vor nicht allzu langer Zeit seine Muskeln oder seine intellektuellen Fähigkeiten trainiert hat.

 

Gehen wir für einen Moment davon aus, dass die Evolution in absehbarer Zeit nicht zu einem Ende gelangt und der heutige Mensch nicht das Endprodukt der Schöpfung ist. Dann würde die Wahrscheinlichkeit dafür sprechen, dass sich auch das Exterm der Spiritualität nicht bewähren wird. Wahrscheinlich werden wir uns einem Gleichgewicht, einer goldenen Mitte, annähern. Wahrscheinlich wird auf diese goldene Mitte eine ganz neue Ebene und mit ihr ein neues Extrem folgen. Höchstwahrscheinlich wird sich auch dieses nicht bewähren und erneut ein Ausgleich der verschiedenen Ebenen erfolgen usw. Das zumindest legt die Evolutionsgeschichte bis jetzt nahe.

 

Wenn wir also nicht das Endprodukt der Schöpfung sind, können wir ja auch damit aufhören uns wie ein solches zu benehmen. Es ist unwahrscheinlich, dass wir Perfektion oder absolutes Wissen erlangen. Sonst würde ja auch die Welt, wie wir sie kennen, nicht mehr existieren. Das wir aber nach diesen streben ist der Wille bzw. die Antriebskraft der Evolution.

 

Also niemals damit aufhören, nach dem Höchsten zu streben und niemals glauben, dass man es erreicht hat.

 

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Bettina (Montag, 09 Dezember 2013 21:53)

    Wie langweilige es ja auch wäre "es" erreicht zu haben. Schliesslich bewegen wir uns in der Unendlichkeit und genau dahin geht die Reise - geht der Wanderer der Welten.

    Danke Daniji für deine ach so wahren Worte :)

    Peace, Love and Happyness to the beach somewhere in the South of India.