Richtig loslassen?

 

Jeder Mensch hat ein paar Dinge, die er oder sie gerne loslassen möchte. Meistens sind es Gewohnheiten, mit denen wir nicht mehr glücklich sind. Denk- und Verhaltensmuster, die wir als ungesund, schädlich oder nicht länger erwünscht betrachten. Also entscheiden sich die alten Denk- und Verhaltensmuster, dass sie selbst ausgedient haben und gehen müssen. Würdet ihr das tun? Würdet ihr euch selbst absetzen oder auflösen, damit etwas Besseres als ihr entstehen kann?

 

Das Muster des Perfektionismus ist ein schönes Beispiel. Irgendwann lernt der Perfektionist, dass Perfektionismus auch unterwünschte Nebeneffekte haben kann. Also lässt er dieses Verhaltensmuster los in so korrekter Art und Weise, wie ein Perfektionist es eben zu tun pflegt. Er besorgt sich die relevante Fachliteratur, besucht Workshops oder lässt sich von einem Spezialisten coachen. Das Loslassen des Perfektionismus ist makellos – man könnte fast sagen perfekt – geplant und organisiert. Und nachdem dies so vorbildlich erfolgt ist, muss sich das Verhaltensmuster ja aufgelöst haben (denkt das perfektionistische Muster). Der Perfektionismus hat sich selbst perfekt losgelassen oder sich zumindest perfekt bemüht.

 

Loslassen beinhaltet die Abwesenheit des handelnden Subjekts. ICH tue für einmal gar nichts. Ich kenne einige meiner Muster und wenn es an der Zeit ist, werden sie sich auflösen. Ich muss sie noch nicht einmal beobachten. Sie werden sich in meinem Leben in so unterschiedlicher Weise zeigen, dass ich sie gar nicht verpassen oder übersehen kann. Und wenn ein Muster dann jede Form einmal angenommen hat, wird es einfach aufhören zu existieren, weil es seinen Zweck erfüllt hat.

 

Also Leute, nichts tun ist angesagt. Einfach leben!

 

Die Schöpfung wird alles Nötige selbst tun. Sie ist nämlich noch ein bisschen perfekter als der menschliche Verstand, Perfektionist oder Controll-Freak.

 

die nichts-tuende Daniji

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Susanne Müller (Donnerstag, 28 November 2013 17:57)

    Dieser Satz ist sensationel: "Loslassen beinhaltet die Abwesenheit des handelnden Subjekts."
    Diese Aussage bringt es auf den Punkt. Einfach grossartig!