Die Ameise und ihre Bestimmung

Der Mondschein hat mich aufgeweckt. Ich liege wach an Deck eines Seegelbootes und beobachte eine rote Ameise, die über mein Kissen spaziert. Wie ist sie hierher gekommen?

Die Ameise stellt sich wohl kaum diese Frage. Sie folgt instinktiv ihrer Natur und erfüllt so immer die Aufgabe, welche ihr vom Göttlichen zugedacht ist. Würde sie auf die Idee kommen, ihren Instinkt zu hinterfragen oder glauben, es gäbe noch etwas Besseres als die Natur ihr zugedacht hat, würde Chaos ausbrechen.

 

Der Mensch glaubt meistens, eine Veränderung der Lebensumstände würde seine Probleme lösen und ihn glücklicher machen. "Wenn ich endlich dies oder das erreicht hätte, wenn endlich dies oder jenes vorbei wäre...Dann würde es mir besser gehen. Dann würde das richtige Leben beginnen."

Als gäbe es etwas abzuwarten, zu erreichen oder zu erdulden bevor unser richtiges Leben beginnt.

 

Unsere Probleme sind unser Leben, sie sind unserer persönlicher Werdegang. Es gibt dabei kein Ziel zu erreichen. Wen der Weg endet sind wir wieder zurück bei unserem Ursprung, wieder bei der Quelle, von welcher wir uns mit jeder getroffenen Entscheidung entfernt haben auf der Suche nach Glück und Freude. Dabei ist Freude meistens eine Reaktion unserer Sinne, wenn wir etwas erleben, dass wir in unserem Wertesystem als positiv einstufen.

 

Doch hinter den Wolken aus Freude und Trauer, Langeweile und Unterhaltung, Glück und Unglück verbirgt sich noch ein Gefühl. Um dieses zu erfahren muss ich aber nicht um die Welt reisen, meinen Job nicht kündigen oder die Menschen in meinem Umfeld ändern. Wenn ich einfach da bin, jetzt in diesem Moment oder eben gerade bei dieser Ameise auf meinem Kopfkissen, verzieht sich die Wolke und es entsteht wohl so etwas wie Frieden.

 

Aus diesem Frieden wächst die Klarheit, was in diesem Moment das Richtige für mich ist, welche Aufgabe mir in diesem Moment vom Göttlichen zugedacht ist. Und mit dieser Klarheit werden die nötigen Veränderungen im Leben von alleine entstehen, ohne dass wir Entscheidungen fällen müssen, um unserer Aufgabe (die wir nicht oder noch nicht kennen) gerecht zu werden. Wenn die Klarheit da ist - und Klarheit beinhaltet die Abwesenheit von Zweifeln - haben wir uns längst in die richtige Richtung bewegt und wir brauchen nur noch etwas Geduld, bis sich unsere Welt, unser Umfeld, unser Leben entsprechend manifestiert. Die Masse ist einfach etwas langsamer als der Gedanke.

 

Und was ist dann Geduld? Letztlich das Vertrauen auf die neu gewonnene Klarheit, die aus unserem wahren Wesen - der Quelle - kommt. Geduld ist also das Vertrauen in uns selbst.

 

Warum ist es dann so schwierig, im Alltag die richtigen Entscheidungen zu fällen? Vielleicht weil es eigentlich nichts zu entscheiden gibt. Das Konzept, gemäss welchem eine bewusste Entscheidungen (in unserem Kopf) den gewollten Fortschritt bringt und die richtige Entscheidung noch viel mehr Fortschritt, ist ein vom Intellekt erfundenes und - wenn wir ehrlich sind - ein kapitalistisches Konzept der modernen Gesellschaft.

 

Die Natur folgt immer einer grösseren Ordung, auch wenn sich diese unsem Verständnis entzieht. Sind die Menschen nun Teil der Natur?


Die wellenreitende Ameise hat mir einen Moment des Friedens gebracht und somit Klarheit über meine momentane Aufgabe: zu schlafen. Die Ameise hat sich ohne Anstalten verzogen und ich bin sofort wieder eingeschlafen, trotz heftigem Wellengang und heftigem Schnarchen meines Nachbarn. Ich hatte keine Offenbarung, was ich mit meinem Leben anfangen soll. Das wird sich von Moment zu Moment zeigen und die Ameise wird immer da sein, um mich daran zu erinnern.

 

Liebi Grüess us Lombok, Daniji

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Kommentare: 1
  • #1

    Daniji (Freitag, 13 September 2013 10:27)

    Die Ameise steht für Fleiss, gute Organisation und Zusammenarbeit.

    Ameisenkraft bringt uns die Eigenschaft der Ausdauer und des Aufbaus von Energiefeldern durch die Gemeinschaft. Sie ist ein universelles Symbol der Gemeinschaft.

    Die Ameisen zeigen uns, wie wir unsere Projekte und Pläne in die Welt bringen können.
    Da sie weit mehr tragen können, als sie selbst wiegen, zeigen sie uns, dass wir die Kraft haben, über uns hinauszuwachsen und vieles bewegen können, wenn wir wollen. Ameisen lockern unsere festgefahrenen Muster und starren Verhaltensweisen. Der Ameisen Gift und sein Brennen ist das Gegengift zu unserem inneren Brennen (Wut, Zorn) in uns. Die Ameisen konfrontieren uns mit unserer Feuerkraft und zeigen uns, wo wir diese nicht im Sinne unserer Entwicklung sondern gegen uns anwenden und gegen uns richten.

    Wenn Ameisen im negativen Sinne als Störfaktor in unser Leben treten, erinnern sie uns an unsere Wut darüber, dass wir unseren Platz in der Gesellschaft nicht einnehmen können, dass wir nicht gesehen werden, dass aus uns in der Gemeinschaft etwas gemacht wird, was wir gar nicht sind. Sie können uns ausserdem darauf aufmerksam machen, dass wir uns zu sehr um die Angelegenheiten anderer kümmern statt um unsere eigenen. Sie können uns darauf hinweisen, dass wir zuviel für andere tragen, zuviel Verantwortung für die Gemeinschaft übernehmen, anstatt uns auf das zu besinnen, was wirklich unsere Aufgabe ist.